Middlewoods Log - Waking up outside

Die Sonne bricht hell und goldend durch die Äste…grüne Gräser, Moos und Zweige sind ganz feucht von morgendlichem Tau. Die ersten Sonnenstrahlen brechen sich in den Tropfen die an den Blättern hinabrinnen. Jeder Strahl bricht auf in viele bunte Farben. Ich kneife die Augen zusammen, bis ich mich an die Helligkeit gewöhnt habe. Die Luft schmeckt warm und saftig modrig. Mein Atem geht ruhig und entspannt...ich strecke mich und reibe mir den Schlaf aus den Augen. Zwischen den schlanken Taillen der Bäume huscht ein scheues Reh hindurch. Es hält inne und horcht auf…es hat mich gehört. Keine Spur von Angst – eher Neugier. Ich bin eine Fremde in dieser Vollkommenheit der Natur. Nur ein Wesen von Tausenden hier. Und doch ist es Still. So Still, dass ich jedes feinste Geräusch ausmachen kann. Jedes kleinste Geräusch spielt seine eigene Melodie. Der Wind streicht sanft durch die Kronen der Bäume und spielt die Basis in der Komposition. Vor meinem Lager - nicht weit von mir - erhebt sich ein riesiger Ameisenhaufen. Das wirre Gewühl der kleinen fleißigen Tierchen ist von meinem Platz aus nur als rauschende Wellen zu erkennen. Das Krabbeln der kleinen Beinchen ist nur ein rascheln und doch ganz deutlich zu hören. Eine Raupe tanzt auf einem Blatt unmittelbar vor mir und reckt sich nach dem saftigen Grün. In der Ferne klopf ein Specht eifrig und Wassergeplätscher dringt an mein Ohr. Langsam richten die Blüten ihre Köpfe der aufgehenden Sonne entgegen und einige Vögel singen ihre Lieder.

 

…der Wald erwacht.

 

Marie